Der Heringszaun in Kappeln

Der Heringszaun in Kappeln

Kappeln wurde erstmals 1357 erwähnt. Seefahrer nutzten den Schutz der Schlei vor Piraten und dem rauhen Wetter. Durch die Handelsschifffahrt und durch den Fischfang kam die Stadt im frühen Mittelalter zu ihrem hohen Ansehen.

Der Heringszaun in Kappeln ist über 500 Jahre alt und ist der letzte funktionsfähige Heringszaun in ganz Europa. In der "Dankwerthschen Schleikarte von 1648" ( Schleimuseum ) sind 38 Heringszäune zwischen Schleimünde und Arnis verzeichnet. Diese Zäune gehörten ortsansässigen adeligen Gutshöfen in Olpenitz, Oehe und Umgebung. Arbeiter und Tagelöhner wurden oft mit Heringen bezahlt und sogar dem ortsansässigen Pfarrer war es gestattet sich von den Fischern unentgeltlich Heringe zu holen.

Die Funktion der Zäune hat sich seither nicht verändert: Die Heringszäune werden in spitzem Winkel zickzackartig an solchen Stellen ausgelegt, an denen die Heringsschwärme besonders stark auftreten. Die Heringe schwimmen Ende März/Anfang April in dieses Flechtwerk und verfangen sich in den Reusen.

Der Heringszaun in Kappeln

Doch im Zuge des Strassenausbaus im Lande und des zunehmenden Schiffsverkehrs auf der Schlei, verlor der Fischfang in der Region an Bedeutung. 1830 waren nur noch 19 Heringszäune vorhanden und 1905 wurde der letzte Buckhagener Zaun beseitigt. 

Es ist nur dem Geldmangel der Stadt Kappeln zu verdanken, dass es den Heringszaun noch gibt. Es fehlten einfach die finanziellen Möglichkeiten um den Zaun abzureißen. Und so war der Zaun viele Jahre der Natur ausgesetzt und verwahrloste zunehmend. 

Der Verschönerungsverein nahm sich dann der Pflege und dem Erhalt des Zaunes an. Die finanziellen Mittel kommen zum einen aus der Prominentenwette am 1. Morgen der Heringstage und zum anderen aus Spenden. Während der Prominentenwette wird geschätzt, wieviele Heringe in einem Netz sind. Wer am nächsten an die richtige Anzahl kommt, wird Wettkönig oder Wettkönigin.